Umfrage zur Situation der Archive in Sachsen: Direktbenutzung

Nutzung

Öffentliche Archive sind Dienstleistungseinrichtungen, die bürgernahe Serviceleistungen erbringen. Die Ermöglichung der (komfortablen) Benutzung des Archivgutes ist dabei von zentraler Bedeutung. Im Rahmen unserer Umfrage mussten wir uns auf wenige Fragen zu diesem Bereich beschränken und fragten u. a. danach, welche technischen Möglichkeiten den Benutzern zur Verfügung gestellt werden. An einem Stromanschluss hapert es demnach in (noch) sieben von 71 antwortenden Archiven, immerhin 23 Archive ermöglichen einen Internetzugang. Konventionelle Filmlesegeräte sind noch in 32 Archiven im Einsatz, 18 Archive verfügen über – hinsichtlich des Benutzungskomforts einen erheblichen Fortschritt darstellende – Mikrofilmscanner.

Und während es in den letzten Monaten ein gewisses Aufsehen in der Fachwelt erregte, dass u. a. das Bundesarchiv, das Landesarchiv Hessen und das Landesarchiv Mecklenburg-Vorpommern nun grundsätzlich das Fotografieren von Archivalien erlauben, kann man mit Blick auf unsere Umfrage nur sagen: Alltag in vielen unserer Archive! Über die Hälfte der Archive, die diese Frage beantworteten, erlauben das Fotografieren:

Und wieviele Benutzer kommen jährlich zur Direktbenutzung in die sächsischen Archive?

Wir fragten nach der Zahl der Benutzer in der Direktbenutzung im jährlichen Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2016. Bei der Mehrheit der Archive liegt die Zahl bei bis zu 100 Benutzern. Die Zahl der Benutzertage (1 Benutzer ist an zwei Tagen im Archiv = 2 Benutzertage) ist wiederum bei über der Hälfte der Archive etwa doppelt so hoch:

Was sagen diese Zahlen nun aus? Losgelöst aus ihrem konkreten Zusammenhang erst einmal wenig. Um sie zu interpretieren, würden weitere Informationen und Verknüpfungen benötigt: Hat ein Archiv wenige Direktbenutzer, weil es nur unzureichend Personal und geringe Öffnungszeiten hat? Viele Archive in Sachsen sind Ein-Personen-Archive: Sind sie geschlossen, wenn diese eine Person im Urlaub ist? Entstehen lange Verweildauern im Archiv, weil die Bestände schlecht erschlossen sind – oder weil das Archiv besonders benutzerfreundlich ist und sich einen Kreis von „Stammkunden“ aufgebaut hat? In welchem Verhältnis steht die Zahl der Direktbenutzungen zu der Zahl der schriftlichen Anfragen und der Internetpräsenz des Archivs? In jedem Fall geht es hier für jedes Archiv um einen Kernbereich der Tätigkeit mit erheblicher Außenwirkung – eine genauere Betrachtung und Analyse kann daher nur empfohlen werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.