Umfrage zur Situation der Archive in Sachsen: Archivberatung

Allgemein

Sachsen hat eine reiche Archivlandschaft – aber leider keine Archivberatungsstelle mit einem vergleichbaren Angebot wie die Kommunale Archivberatung beim Hessischen Landesarchiv oder die Archivberatung beim LWL-Archivamt für Westfalen.

§ 4 Abs. 6 des Sächsischen Archivgesetzes stellt zwar fest: „Das Sächsische Staatsarchiv berät nichtstaatliche Archive. Wenn ein öffentliches Interesse gegeben ist, kann das Sächsische Staatsarchiv private Eigentümer von Archivgut beraten.“ Aber diese Archivberatung erfolgt in einem sehr begrenzten Rahmen. Dazu der Jahresbericht des Sächsischen Staatsarchivs 2014: „Im Berichtsjahr zeichnete sich jedoch ab, dass das Staatsarchiv seinen Beratungsauftrag nach § 4 Abs. 6 Sächsisches Archivgesetz (SächsArchivG) künftig nicht mehr im erforderlichen Umfang wird erfüllen können, denn die bereits für 2013 festgestellte Divergenz zwischen wachsenden Aufgaben einerseits und den abnehmenden Ressourcen andererseits hat sich im Berichtsjahr weiter vergrößert.“

Das Staatsarchiv steht allerdings im Rahmen seiner Möglichkeiten für die Beratung nicht staatlicher Archive auf Anfrage zur Verfügung und bietet vereinzelt auch Informationsveranstaltungen an, z. B. anlässlich der Novellierung des Sächsischen Archivgesetzes. Unsere Frage dazu war: „Laut Sächsischem Archivgesetz berät das Sächsische Staatsarchiv nichtstaatliche Archive. Haben Sie von diesem Angebot in den letzten drei Jahren Gebrauch gemacht? (z. B. durch eine direkte Anfrage oder durch den Besuch einer Informationsveranstaltung des Staatsarchivs)“.

Das war bei über der Hälfte – 39 Archiven – der Fall:

Diejenigen Teilnehmer, die das Angebot nicht wahrgenommen haben, fragten wir nach dem Grund. Von den 26 Archiven gaben 16 an, dass sie keinen Bedarf hatten, sieben fanden den Umfang des Beratungsangebotes unklar und drei gaben an, dass sie keinen konkreten Ansprechpartner erkennen konnten.

Das Sächsische Staatsarchiv ist in den vergangenen Jahren unseren Bitten – also den Bitten des Landesverbandes Sachsen im VdA – um personelle oder räumliche Unterstützung bei der Durchführung von Workshops stets nachgekommen. Und ohne diese Unterstützung hätten wir ein solch breites und qualitativ hochwertiges Angebot nicht machen können. Gleiches gilt für einige andere Archive wie z. B. das Stadtarchiv Leipzig, das ebenfalls wiederholt Workshops und Veranstaltungen von uns unterstützte. Es bleibt allerdings der Befund, dass wir als Vorstand des VdA-LV Sachsen durch ehrenamtliches Engagement im Bereich der Fortbildung eine Lücke füllen (genauer: zu füllen versuchen), die durch das Fehlen einer leistungsfähigen Archivberatungsstelle entsteht.

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