Kategorie-Archiv: Allgemein

Willkommen beim Tagungsblog zum Sächsischen Archivtag!

Mit diesem Blog haben wir den 22. Sächsischen Archivtag zum Thema „Archive im Umbruch“ begleitet, der am 4./5. Mai 2017 in Dresden stattfand und vom Landesverband Sachsen im VdA organisiert wurde. Mit dem heutigen Eintrag – gut drei Wochen nach dem Archivtag – beenden wir die aktive Berichterstattung und werden sie erst kurz vor dem 23. Sächsischen Archivtag im Jahr 2019 wieder aufnehmen. Die Kommentarfunktion ist weiter aktiv und kann gerne genutzt werden.

Herzlichen Dank an alle, die das Blog aktiv mitgestaltet haben und einen ebenso herzlichen Gruß an alle, die unsere Beiträge gelesen haben oder noch lesen werden!

22. Sächsischer Archivtag: Wie war’s?

Eine Woche nach dem Sächsischen Archivtag in Dresden luden wir alle daran Interessierten ein, sich an einer Online-Umfrage dazu zu beteiligen. 91 Personen (bei 150 Teilnehmern eine hohe Zahl) haben diese Gelegenheit für eine Rückmeldung ergriffen – herzlichen Dank dafür! Hier nun einige Ergebnisse:

Gründe für eine Teilnahme am Archivtag gibt es viele, die Spitzenreiter in der Nennung waren die Möglichkeit des Informations- und Erfahrungsaustausches (74% nannten diesen Grund) und das Tagungsthema (66%). Und wie erfährt man von einem bevorstehenden Archivtag? Offensichtlich funktioniert die gute alte Mundpropaganda am Besten: 43% nannten „Persönliche Information“, nur 30% die Homepage des VdA.

Der fachliche Gehalt des Archivtags wurde auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (schlecht) deutlich positiv bewertet; die Werte liegen zwischen 2,06 für die Podiumsdiskussion sowie die Sektion zu Rechtsgrundlagen und Normen und 1,59 für die Sektion zum Standort der Archive in Sachsen. In zahlreichen Wortbeiträgen wurden einzelne Beiträge positiv hervorgehoben, teilweise aber auch Kritik angemerkt.

Mit der Einladung der Schriftstellerin und Kulturjournalistin Annett Gröschner hatten wir einen für uns ungewohnten Akzent gesetzt. Deutlich einhelliger als vermutet fiel die Antwort auf unsere Frage aus, ob eine solcher „Blick von außen“ im Programm des Archivtags befürwortet wird:

Gemischt fällt hingegen die Bilanz zu Tagungsblog und unserem Twitter-Hashtag #SAT17 aus:Weiterlesen

Umfrage zur Situation der Archive in Sachsen: Archivpädagogik

Welche Funktion haben Archive in einer Zeit, in der gesellschaftliche Diskurse zunehmend von schnelllebigen Meinungen und Emotionen und weniger von gründlich recherchierten Fakten geprägt werden? Unter Nutzung der bei ihnen verwahrten authentischen Schriftzeugnisse vergangener Jahrzehnte und Jahrhunderte können sie einen wichtigen Beitrag zur historischen Bildungsarbeit, speziell auch im Rahmen schulischer Ausbildung, leisten.

Früher war alles besser? Gerade im Beitrittsgebiet können die schriftlichen Zeugnisse dazu beitragen, einen genaueren, differenzierten Blick auf die Vergangenheit zu ermöglichen. Aber: Auch hier wirkt sich die Personalknappheit in den sächsischen Archiven aus. Denn wie steht es um archivpädagogische Angebote? Wie viele Schülerinnen und Schüler errreichen die sächsischen Archive durchschnittlich jährlich durch archivpädagogische Angebote? So lautete unsere Frage und die Antwort ist: Sehr wenige!

 

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Der Sächsische Archivtag 2017 in den Medien

Berichterstattung zum Sächsischen Archivtag 2017 (in Auswahl):

Im Vorfeld:

Im Nachgang:

Umfrage zur Situation der Archive in Sachsen: Archivberatung

Sachsen hat eine reiche Archivlandschaft – aber leider keine Archivberatungsstelle mit einem vergleichbaren Angebot wie die Kommunale Archivberatung beim Hessischen Landesarchiv oder die Archivberatung beim LWL-Archivamt für Westfalen.

§ 4 Abs. 6 des Sächsischen Archivgesetzes stellt zwar fest: „Das Sächsische Staatsarchiv berät nichtstaatliche Archive. Wenn ein öffentliches Interesse gegeben ist, kann das Sächsische Staatsarchiv private Eigentümer von Archivgut beraten.“ Aber diese Archivberatung erfolgt in einem sehr begrenzten Rahmen. Dazu der Jahresbericht des Sächsischen Staatsarchivs 2014: „Im Berichtsjahr zeichnete sich jedoch ab, dass das Staatsarchiv seinen Beratungsauftrag nach § 4 Abs. 6 Sächsisches Archivgesetz (SächsArchivG) künftig nicht mehr im erforderlichen Umfang wird erfüllen können, denn die bereits für 2013 festgestellte Divergenz zwischen wachsenden Aufgaben einerseits und den abnehmenden Ressourcen andererseits hat sich im Berichtsjahr weiter vergrößert.“

Das Staatsarchiv steht allerdings im Rahmen seiner Möglichkeiten für die Beratung nicht staatlicher Archive auf Anfrage zur Verfügung und bietet vereinzelt auch Informationsveranstaltungen an, z. B. anlässlich der Novellierung des Sächsischen Archivgesetzes. Unsere Frage dazu war: „Laut Sächsischem Archivgesetz berät das Sächsische Staatsarchiv nichtstaatliche Archive. Haben Sie von diesem Angebot in den letzten drei Jahren Gebrauch gemacht? (z. B. durch eine direkte Anfrage oder durch den Besuch einer Informationsveranstaltung des Staatsarchivs)“.

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Umfrage zur Situation der Archive in Sachsen: Kooperationen

Kooperation mit anderen Archiven und weiteren strategischen Partnern ist gerade für kleine Archive von großem Nutzen; sie kann bis zur Bildung von Archivverbünden gehen, wie sie in Sachsen in Bautzen und Pirna realisiert sind. Die Synergieeffekte sind beträchtlich. Wir fragten daher danach, in welcher Form das Archiv mit anderen Archiven kooperiert, Mehrfachnennungen waren möglich. Offensichtlich gibt es einen regen anlassbezogenen Austausch: über 80% der 74 antwortenden Archive praktizieren dies. Deutlich geringer sind die Werte allerdings bei der oft propagierten „Überlieferungsbildung im Verbund“ – erinnert sei an das 2011 vom VdA-Arbeitskreis „Archivische Bewertung“ verabschiedete gleichnamige Positionspapier: nur 5 (!) Archive sprechen sich bei der Überlieferungsbildung mit anderen Archiven ab. Und auch die Zahl der einem Notfallverbund angehörenden Archive ist noch sehr gering, als positive Beispiele seien die Notfallverbünde Dresden und Leipzig genannt.

Gerade für Notfallverbünde bietet sich das Zusammengehen mit Bibliotheken an – wir fragten daher auch danach, mit welchen anderen strategischen Partnern die Archive kooperieren (auch hier war Mehrfachnennung möglich):

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Online-Umfrage zum 22. Sächsischen Archivtag in Dresden

Vor einer Woche fand unser Archivtag zum Rahmenthema „Archive im Umbruch“ in der Gedenkstätte Bautzner Straße in Dresden statt. Wir möchten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer (die vor Ort waren) und alle, die via Internet (Blog und Twitter) Anteil genommen haben, einladen, sich an einer kurzen Umfrage dazu zu beteiligen. Je mehr Rückmeldungen per Umfrage wir erhalten, umso gezielter können wir Ihre Interessen und Einschätzungen in unsere Arbeit einbeziehen – z. B. bei der thematischen Ausrichtung von Workshops.

Und hier geht’s zur Umfrage!

„in jeder Akte steckt so wahnsinnig viel Leben“. Zum Vortrag von Annett Gröschner

Anmoderation des Vortrags „Mein grauer Archivkittel“. Gegenwartsliteratur und Archiv der Schriftstellerin und Journalistin Annett Gröschner am 5. Mai 2017:

„Für mich war eigentlich die größte Befreiung nach 1989, dass ich ins Archiv gehen konnte. Und dass ich gucken konnte, was ist eigentlich hinter meinem Rücken passiert. Das Tolle an Archiven ist, dass sie nur äußerlich grau und bürokratisch sind. Und drinnen, in jeder Akte steckt so wahnsinnig viel Leben. Und was für mich wichtig war ist, dieses Leben aus den Akten herauszuholen.“

Diese Sätze von Annett Gröschner in der Sendung „Stilbruch“ des RBB im Mai 2016 (vermittelt über den VdA-Blog) haben uns neugierig gemacht – neugierig auf einen Blick auf Archive und ihre Geheimnisse, wie er uns Berufsarchivaren zumeist wohl nicht mehr gelingt. Daher freuen wir uns sehr, dass wir Sie dafür gewinnen konnten, unsere berufsmüden Augen zu öffnen für neue Perspektiven auf das scheinbar Altbekannte, für das Ungesehene, das uns im Archiv doch täglich umgibt!

Wie sehr Frau Gröschner für diese gewiss nicht leichte Aufgabe prädestiniert ist, werden Sie gleich feststellen, wenn ich Ihnen unsere Gastreferentin kurz vorstelle:

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Schlusswort zum 22. Sächsischen Archivtag

Zum Abschluss des 22. Sächsischen Archivtags am Freitag in Dresden zog Frau Richter-Laugwitz, Vorsitzende des Landesverbands des VdA, Bilanz zur Tagung unter dem Titel „Archive im Umbruch“. Besonderer Dank gebühre den Referenten und dem Ortskomitee. Sie dankte auch der Schriftstellerin und Kulturjournalistin Annett Gröschner für die Gelegenheit zum Perspektivenwechsel und ermunterte alle Archivare zur Reflektion.

Wichtig sei es nun:

  • den Kontakt zu den Politikern aufzubauen und zu festigen
  • weiterhin um (noch mehr) Wahrnehmung zu kämpfen
  • die Erkenntnisse aus der Podiumsdiskussion umzusetzen
  • die Forderung nach der flächendeckenden Besetzung der Archive durch Fachpersonal aufrecht zu erhalten, um die heterogene Gesetzeslage und die Fragen zur elektronischen Archivierung zu beherrschen
  • die Umfrage als Grundlage für die weitere Arbeit auf Landesverbandsebene zu nutzen

Im Nachgang zur Tagung wird eine offene Online-Umfrage zur Evaluation des Archivtags und eine intensive Auswertung auf der Klausurtagung des neuen Vorstands im Herbst 2017 erfolgen. Für den nächsten Sächsischen Archivtag 2019 ist bereits ein Kandidat für den Austragungsort gefunden. Die Bekanntmachung folgt, sobald eine konkrete Planung erfolgt ist.

Die Kooperation der Universitäts- und Hochschularchive im mitteldeutschen Universitätsverbund

Dr. Stefan Gerber, Foto BStU Außenstelle Dresden

In der letzten fachthematischen Sitzung zu Beispielen von Best Practice im Archiv setzte sich Dr. Stefan Gerber (Friedrich-Schiller-Universität Jena) mit den Besonderheiten von Hochschularchiven und den Vorteilen der Kooperation im Universitätsverbund auseinander.

Gerber hob die besondere institutionelle Einbindung von Hochschul- und Universitätsarchiven und den damit verbundenen Einfluss auf deren Profil und die hochschulinterne Wahrnehmung hervor. Zum Profil gehöre nicht nur die Erfüllung archivischer Kernaufgaben, sondern darüber hinaus auch die aktive Mitwirkung in Forschung, Lehre und Hochschulmarketing. Wie seit ca. 20 Jahren der Professionalisierungsgrad der Hochschularchive und die ihnen zu Verfügung stehenden Mittel gestiegen sind, stiegen im selben Maß auch spürbar die Erwartungen der Hochschulleitungen an deren Leistungsfähigkeit. Universitäten schätzten besonders die Expertise ihrer Archive auf historischem und geschichtspolitischem Gebiet und hätten erkannt, dass eine lange Tradition durchaus positiven Einfluss auf die Attraktivität eines Hochschulstandortes habe, so Gerber. Im Konkurrenzkampf um Studierende und damit um Mittel werden Archive als Hort der Tradition zunehmend zu einem bedeutenden Faktor im Marketing.

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