Kategorie-Archiv: Allgemein

Aufbau eines elektronischen Archivs in einer Kommune – Rahmenbedingungen und Herausforderungen

Was wird für ein elektronisches Archiv für eine Kommune benötigt? Dr. Christian Aegerter, Leiter des Hauptamts der Stadt Leipzig, bringt es auf den Punkt:

1. Engagierte MitarbeiterInnen. Das Stadtarchiv beschäftigt im Bereich Elektronische Archivierung zurzeit 1 VZÄ und 1 Volontärin.

2. Weiterbildung. Aegerter: „Sie ist das A+O.“ Archivare mit IT-Affinität oder gar Ausbildung sind (noch) selten zu finden.

3. Zugriff und Mitbestimmung bei Neubeschaffungen von Software. Hier verfügt das Stadtarchiv über eine gute Ausgangslage, denn Ausschreibungsunterlagen gehen in der Stadtverwaltung über mehrere Schreibtische (z.B. Amt für Geodaten und Stadtarchiv!), so dass i.d.R. archivische Anforderungen wie Schnittstellen zwingend mit zu berücksichtigen sind, andernfalls geht die Ausschreibung nicht heraus.

4. Mut zur Lücke. – Ja, man muss sich auch etwas zutrauen und ausprobieren bzw. anfangen.

5. Gute Zusammenarbeit mit Fachbereichen. Also einen „guten Draht“ haben, damit nicht zuletzt einfach das Bewusstsein geschaffen bzw. gestärkt wird, dass überall digitale und somit anbietungspflichtige Daten entstehen. Und in Leipzig sind seit den 1990er Jahren Fachverfahren im Einsatz.

6. Willen für interkommunale Zusammenarbeit. Zum Beispiel im Sächsischen Städte- und Gemeindetag oder in anderen Zusammenschlüssen. Austausch und Kommunikation sind wichtiger denn je.

7. Wissen, dass man mit Herausforderungen der Digitalisierung nicht alleine ist. „Das Digitale ist nicht wie ein Schnupfen – es geht nicht mehr weg.“ – Und spätestens hier muss deutlich werden, dass der Prozess der Digitalisierung unumkehrbar ist.

Dr. Christian Aegerter, Foto: BStU

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Archivgesetz & Co. – Archivarisches Handeln im Rahmen aktueller Gesetzgebung

Dr. Michael Klein vom Sächsischen Staatsarchiv, Foto: BStU Außenstelle Dresden

In seinem gleichlautenden Vortrag stellt Dr. Michael Klein vom Sächsischen Staatsarchiv heraus, dass sich Umbrüche nicht nur in Gesellschaft und Verwaltung, sondern auch zunehmend im Rechtswesen sowohl auf europäischer Ebene als auch in Bund und Ländern vollziehen. Sichtbar wird dies beispielsweise in der Novellierung des Sächsischen Archivgesetzes von 2014, die Klein kritisch auswertet.

Wenngleich die ersten spontanen Stellungnahmen zur Novelle positiv ausgefallen sind, so ist es nach einer Anwendungsdauer von knapp drei Jahren an der Zeit, zu reflektieren, ob die Novellierung die an sie geknüpften Ziele und Erwartungen erfüllen konnte. Diese wurden insbesondere in die verbesserte Sicherung elektronischer Überlieferung, den verbesserten Zugang für Nutzer zu Archivgut, den Schutz des Archivgutes als Kulturgut und in die Professionalisierung kommunaler Archive gesetzt.

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Rechtsgrundlagen und Normen, Glauert zur DIN 67700

2. Tagungstag, 05.05.2017, Foto: Stephan Luther

Am 05. Mai 2017 begann pünktlich der zweite Tag des Sächsischen Archivtages. Das Wetter ist ziemlich trüb und für die Tagungsteilnehmer ein Grund, den Vorträgen der ersten Sitzung zu lauschen.

Prof. Dr. Mario Glauert (Brandenburgisches Landeshauptarchiv) stellte in dem ersten Vortrag die neue  Norm DIN 67700Bau von Bibliotheken und Archiven – Anforderungen und Empfehlungen für die Planung vor, wobei er hervorhob, dass diese nur empfehlenden und keinen Gesetzescharakter besitzt. Normen sind  das Ergebnis fachlicher Diskussionen und Abstimmungen. Sie sind aktueller Stand der Technik und Forschung. Damit geben sie Legitimation, helfen zu überzeugen, erleichtern Kommunikation und Argumentation und unterstützen Planungsprozesse. Weiterlesen

Podiumsdiskussion: Was sind (uns) Archive wert?

Zum Auftakt der fachlichen Diskussion des 22. Sächsischen Archivtags am 4. Mai 2017 nehmen auf dem Podium Platz:

  • Roland Jahn (Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen)
  • Dr. Andrea Wettmann (Leiterin des Sächsischen Staatsarchivs)
  • Christian Schramm (Präsident des Sächsischen Kultursenats, ehem. OB der Stadt Bautzen)
  • Hanka Kliese (SPD, Mitglied des Sächsischen Landtags)
  • Aline Fiedler (CDU, Mitglied des Sächsischen Landtags)

    Roland Jahn, Dr. Andrea Wettmann, Christian Schramm, Oliver Reinhardt, Hanka Kliese, Aline Fiedler (v.l.n.r.), Foto: BStU

Moderiert wird von Oliver Reinhard (Historiker, stellv. Feuilleton-Chef der Sächsischen Zeitung) unter der Leitfrage: „Was sind (uns) Archive wert?“

„Archive im Umbruch“ – mit dem Motto des Archivtags angesprochen ist u. a. die zunehmende Digitalisierung. Was hat sich geändert und was wird noch kommen? Doch zunächst steht das Aufräumen von Klischees auf der Agenda, hier das Podiumsgespräch in verdichteter Form:Weiterlesen

Archive im Umbruch. Zur Situation in Sachsen.

Vortrag von Dr. Thekla Kluttig, Foto: BStU AUßenstelle Dresden

Unabdingbar für die Auslotung der Chancen, Möglichkeiten, aber auch der Hindernisse der aktuellen Umbruchphase ist eine repräsentative und objektive Analyse der Situation sächsischer Archive, im Großen wie im Kleinen und spartenübergreifend. So initiierte der Landesverband Sachsen des VdA eine flächendeckende Bestandsaufnahme, deren Ergebnisse Dr. Thekla Kluttig in ihrem heutigen Vortrag präsentierte. Einige Auszüge dieser Erhebung, die mittels eines Online-Umfrage-Tools durchgeführt wurde, sind bereits in Vorbereitung auf den Archivtag auf diesem Blog veröffentlicht worden und im Folgenden noch einmal nachzulesen:Weiterlesen

Und weiter geht’s mit der Vorstandsarbeit…

Im Rahmen des Sächsischen Archivtags wurde wieder die Mitgliederversammlung des Landesverbandes Sachsen im VdA durchgeführt – nach der Wahl des Vorstandes 2013 in Zwickau stand auch wieder eine Wahl an. Nach 16 Jahren (!) Engagement im Vorstand schied Stephan Luther, langjähriger Schatzmeister, aus. Alle anderen bisherigen Vorstandsmitglieder kandidierten wieder, hinzu kamen als erstmalige Kandidaten Annegret Jahn-Marx (BStU, Außenstelle Dresden) und Benjamin Schäf (HTWK Leipzig). Sie wurden in ihren jeweiligen Fachgruppen ebenso gewählt wie die bisherigen  Vorstandsmitglieder. Auch die bisherige Vorsitzende, Grit Richter-Laugwitz (2. v. links), wurde – mit 47 von 48 Stimmen – in ihrem Amt bestätigt.

Der neue Vorstand des VdA-Landesverbandes Sachsen, Foto: BStU Außenstelle Dresden

Der neue Vorstand wird sich noch im Mai auf einer Sitzung konstituieren und hat – auch in Auswertung des noch laufenden Archivtags – schon jetzt einiges auf seiner Agenda für die kommenden vier Jahre.

Eröffnung des 22. Sächsischen Archivtages

Grit Richter-Laugwitz bei der Eröffnung des 22. Sächsischen Archivtages, Foto: Stephan Luther

Mit einer kleinen Verspätung wurde der 22. Sächsische Archivtag im Festsaal der Gedenkstätte Bautzener Straße in Dresden eröffnet. Fast 150 Archivarinnen und Archivare sowie Gäste aus Politik und Gesellschaft haben den Weg nach Dresden gefunden. Die Vorsitzende des Landesverbandes Grit Richter-Laugwitz begrüßte die Teilnehmer und Gäste zum ersten Mal bei einem Landesarchivtag in der Landeshauptstadt in Dresden und dankte allen an der Vorbereitung und dann an der Durchführung Beteiligten. Der Archivtag soll der Auftakt sein, den Weg der archivischen Facharbeit mutig weiter zu beschreiten.Weiterlesen

Umfrage zur Situation der Archive in Sachsen: Schriftliche Anfragen

Wer sind, woher kommen unsere Benutzer? Benutzerforschung findet bisher im deutschen Archivwesen kaum statt, schon über eine sinnvolle Kategorisierung in „Benutzergruppen“ lässt sich streiten. In unserer – thematisch vieles umfassenden – Umfrage konnten wir keine detaillierten Abfragen dazu machen, zumal wir auch nicht einschätzen können, wie präzise darüber in den Archiven Buch geführt wird. So fragten wir sowohl hinsichtlich der Direktbenutzung wie der schriftlichen Anfragen lediglich danach, welcher Benutzergruppe die MEISTEN Benutzungen zuzuordnen sind. Im Falle der Direktbenutzung zeigte sich eine breite Verteilung, hinsichtlich der schriftlichen Anfragen fällt das Ergebnis eindeutiger aus: Weiterlesen

Abstracts zum Sächsischen Archivtag (IV)

Dr. Michael Klein (Abteilungsleiter „Zentrale Aufgaben, Grundsatz“ des Sächsischen Staatsarchivs) über

Archivgesetz & Co. – Archivarisches Handeln im Rahmen aktueller Gesetzgebung

Dr. Michael Klein, Foto: Regine Bartholdt, Sächsisches Staatsarchiv

Lange Zeit mussten Archivarinnen und Archivare im Wesentlichen nur ihr Archivgesetz im Blick haben, um rechtskonform handeln zu können. Angestoßen von den Umbrüchen in Gesellschaft und Verwaltung haben in den letzten Jahren die Gesetzgeber auf europäischer Ebene, im Bund und in den Ländern aber eine Reihe von Rechtsnormen verabschiedet, die außerhalb der Archivgesetze das archivische Handeln mitbestimmen.

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