Umfrage zur Erschließung: Wer erschließt?

Erschließung

Welche Auswirkungen hat es, wenn in 26% der Archive im Freistaat Sachsen nur eine Person unbefristet beschäftigt ist und in weiteren 31% (!) es sich gar nur um eine Teilzeit-Stelle handelt? So die Zahlen aus unserer aktuellen Umfrage zum Personalstand.

Auffällig sind die Zahlenverhältnisse bei unserer Frage: „Welche Personen erschließen in Ihrem Archiv (inkl. Betreuung von Erschließungsprojekten)?“. Mehrfachnennungen waren möglich, 72 Archive antworteten mit folgendem Ergebnis: 15 (20.8%): niemand, 58 (80.6%): fest angestelltes Personal, 12 (16.7%): Auszubildende, 4 (5.6%): externes Personal (Projektstellen), 17 (23.6%): Praktikanten und/oder Ehrenamtliche, 8 (11.1%): Andere (darunter Dienstleister,  studentische/wissenschaftliche Hilfskräfte und Volontäre). Als Grafik:

Wie stellt sich das bei den 17 antwortenden 1-Personen-Archiven dar und bei den 23 Archiven, die nur in Teilzeit besetzt sind?

1-Personen-Archive:

  • 5 (29.4%): niemand (komme nicht dazu)
  • 15 (88.2%): fest angestelltes Personal
  • 3 (17.6%): Auszubildende
  • 2 (11.8%): externes Personal (Projektstellen)
  • 4 (23.5%): Praktikanten und/oder Ehrenamtliche

23 nur in Teilzeit besetzte Archive:

  • 10 (43.5%): niemand (komme nicht dazu)
  • 11 (47.8%): fest angestelltes Personal
  • 0%: Auszubildende
  • 0%: externes Personal (Projektstellen)
  • 4 (17.4%): Praktikanten und/oder Ehrenamtliche
  • 2 (8.7%): Andere

Wer selbst in der Praxis Erschließungsarbeiten durch Dritte betreut, weiß um die damit verbundenen Arbeiten (Einarbeiten, Fragen klären, Ergebnisse prüfen…). Je komplexer die Erschließungsaufgabe, je aufwändiger die Betreuung. Trotzdem dürften in fast jedem Archiv Erschließungsaufgaben anfallen – z. B. die Retrokonversion von Findmitteln oder die Erfassung einfacher Aktenserien – , die auch für die Bearbeitung durch Dritte geeignet sind.

Welche Arten der Einbeziehung von Drittkräften können auch für 1-Personen-Archive funktionieren? Erfahrungen und Kommentare gerne erwünscht!

Ein Gedanke zu „Umfrage zur Erschließung: Wer erschließt?

  1. Ich glaube, es kommt darauf an, was man als Erschließung bezeichnet. Wenn es um Titel- und Enthält-Vermerk-Bilden geht erschließe ich nicht. Wenn man auch die Planung, Priorisierung, Registraturmetadatenmapping, Schutzbedarfsanalyse bzgl. Schutzfristen, Konservatorische Vorgaben machen, Erschließungstiefe festlegen, Korrigieren und Betreuen von ständigem und nichtständigem Personal usw. als Erschließung bezeichnet, tue ich das bestimmt zu 50 % meiner Arbeitszeit. Und das obwohl ich keine Führungskraft und nur im gD bin. Das konkrete Doing verschiebt sich zunehmend. Kein Fachpersonal sollte Klammern entfernen und Kartons falten müssen. Nicht weil man zu faul ist, sondern weil wir es uns nicht mehr leisten können (sollten)!

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