Leipziger Archive stellen sich vor: Das Louise-Otto-Peters-Archiv

Archive stellen sich vor

Gerlinde Kämmerer für den Vorstand der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V.

Die demokratisch gesinnte Frauenpolitikerin Louise Otto-Peters war Initiatorin und langjährige ehrenamtliche Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins (ADF), dessen Gründung in Leipzig 1865 den Beginn der organisierten deutschen Frauenbewegung markiert. Ihren Lebensunterhalt verdiente die bedeutende deutsche Feministin als Dichterin, Schriftstellerin und Journalistin.

Im 1997 gegründeten Archiv der gleichnamigen Gesellschaft werden alle Veröffentlichungen von und über Louise Otto-Peters (1819-1895) sowie Materialien der ersten deutschen Frauenbewegung erfasst, dokumentiert, gesammelt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, darunter auch wertvolle Autographen und Originalausgaben.

2019, im Jahr des 200. Geburtstages der Mitbegründerin der deutschen Frauenbewegung, ist das Louise-Otto-Peters-Archiv als kompetente Auskunftsstätte besonders gefragt. NutzerInnen sind WissenschaftlerInnen und Laien-HistorikerInnen, JournalistInnen und AutorInnen, Studierende und SchülerInnen. Das auf Frauenbewegungsgeschichte spezialisierte Archiv ist aber ebenso eine Fundgrube für alle regionalgeschichtlich sowie kultur- und kunsthistorisch Interessierten.

Zum Archivbestand gehören Romane, Sachbücher, Gedichte, Briefe, Zeitschriftenartikel von und über Louise Otto-Peters und Personen aus ihrem Umfeld, dazu Kopien der Zeitschrift „Neue Bahnen. Organ des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins“; hrsg. von Louise Otto-Peters u. Auguste Schmidt (1866 – 1912), der „Frauen-Zeitung“, gegründet von Louise Otto (1849 – 1852), der „Mitteldeutschen Volks-Zeitung“; Red. August Peters; Louise Otto-Peters (Mitte 1862 – Mitte 1863), ferner wissenschaftliche Abschlussarbeiten, Dissertationen usw.

Roman „Neue Bahnen“, 1864

Autographen von Louise Otto-Peters und bibliophile Ausgaben ihrer Werke werden in einem Depositum der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V. im Stadtarchiv Leipzig bewahrt.

Die Bibliothek mit rund 1000 Einheiten umfasst alle Veröffentlichungen der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V. in der Reihe LOUISEum, dazu Sachbücher, Romane, Gedichtbände, Standardwerke der Frauengeschichtsforschung, Lexika u.a.m.

Die Bestände sind einsehbar unter www.meta-katalog.eu

Ehrenamtlich erarbeitete Register erleichtern die Recherchen. Für die „Neuen Bahnen“ können ein Personen- und Ortsregister (Jgg. 1866-1895) sowie ein Schlagwortregister (Jgg. 1866-1899) als analoge Kartei vor Ort genutzt werden. Das Namens- und Ortsregister der „Frauen-Zeitung“ umfasst die Ausgaben 1849: 1-37 (Nr. 13 fehlt, 1850: Nr. 1-52, 1851: Nr. 1-50, 1852: Nr. 1-25) und ist online abrufbar.

Sammeln und Bewahren im Archiv sind kein Selbstzweck, sondern für die LOP-Gesellschaft e.V.  Grundlage ihrer eigenen umfassenden Forschungs-, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Verein und Archiv haben sich so zu einem lebendigen Ort der Begegnung und außerschulischen Lernort entwickelt. So bietet das Archiv Material für die Schaffung von Erinnerungsorten der Frauenbewegung, für die Erarbeitung von Stadtrundgängen und Texten für das Online-Projekt „Frauen machen Geschichte“ in Kooperation mit dem Gleichstellungsreferat der Stadt Leipzig oder auch für das Projekt „frauenorte sachsen“ des Landesfrauenrates Sachsen e.V. Es kooperiert ebenso mit der Louise-Otto-Peters-Schule (Gymnasium) Leipzig. Das Archiv wird gefördert vom Referat für Gleichstellung von Frau und Mann der Stadt Leipzig sowie 2019 von der Landesdirektion Sachsen.

Als Mitglied des i.d.a.-Dachverbands deutschsprachiger Frauen- und Lesbenarchive beteiligt sich das LOP-Archiv an der Schaffung des Digitalen Deutschen Frauenarchivs DDF; aktuell wurde mit der Digitalisierung des Personenregisters der „Neuen Bahnen“ begonnen.

Louise-Otto-Peters-Archiv
c/o Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V.

Gerichtsweg 28 (Haus des Buches)
04103 Leipzig
Tel./Fax: 0341 58 15 15 22
E-Mail: info@lopleipzig.de
Internet: www.louiseottopeters-gesellschaft.de

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