Kategorie-Archiv: Abstracts

Abstracts zum Sächsischen Archivtag 2019: Gemeinsame Normdatei (GND) und Archive – eine vielversprechende Liaison

Die Gemeinsame Normdatei (GND), ursprünglich im Bibliothekskontext entstanden, ist längt ein spartenübergreifendes Gemeinschaftsvorhaben. Dies resultiert aus den vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten und Vorteilen, die die Verwendung von Normdaten bzw. der GND mit sich bringen. Ob in Portalen oder BEACON-Dateien – GND-Identifikatoren sind als übergreifend etablierte Referenz und maschinenlesbare Information die Grundlage der inhaltlichen Vernetzung von Daten und zugleich die Eintrittskarte ins Semantic Web. Die gestiegene Bedeutung der GND lenkt aber auch einen Blick auf Probleme und noch bestehende Defizite dieses Großprojekts. Dazu gehören heterogene Datenqualität, Dubletten oder fehlende Einträge, gerade mit Blick auf archivische Bedürfnisse. Seit 2018 widmet sich dem Thema „Öffnung der GND“ ein DFG-Projekt mit dem Titel GND4C – GND für Kulturdaten. Weitere Sparten und Institutionen sollen aktiv und mit ihrer jeweiligen fachlichen Kompetenz in die Qualitätssicherung und den inhaltlichen Ausbau der GND einbezogen werden, diese aber auch institutionell-organisatorisch künftig mittragen. Die GND öffnet sich und so sind auch die Archive mit der Frage konfrontiert, ob sie – und wenn – wie und was sie konkret dazu beisteuern können.

Der Beitrag auf dem Archivtag wird neben den aktuellen Entwicklungen um die GND und das zugehörige DFG-Projekt darauf eingehen, weshalb Normdaten gerade auch für kleine Archiveinrichtungen ein wichtiges Handlungsfeld sein können und wie diese Daten effizient recherchiert und mit Erschließungsinformationen verknüpft werden können.

Daniel Fähle
Landesarchiv Baden-Württemberg

Abstracts zum Sächsischen Archivtag 2019: Crowdsourcing bei der Fotoerschließung

Die „Spurensuche“ des Stasi-Unterlagen-Archivs

Etwa 1,8 Millionen Fotodokumente sind durch das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) ohne Kontext in den Archiven des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU) überliefert. Ergänzt werden sie durch viele Fotos, die sich in den schriftlichen Überlieferungen befinden. Die Geheimpolizei fotografierte zur Beweis- und Selbstdokumentation sowie aus operativen Gründen, zum Beispiel bei verdeckten Beobachtungen. Durch gezielte Verunordnung während der Auflösung der Staatssicherheit fehlt heute einem Großteil dieser Bilder der Kontext.

Die Archivarinnen und Archivare des BStU stehen bei der Erschließung deshalb vor großen Herausforderungen. Häufig fehlen neben den Datums- und Ortsangaben auch der inhaltliche Kontext. Die Fotografien können deshalb nicht eindeutig zugeordnet werden. Das hat unmittelbare Auswirkungen auf die Recherchierbarkeit und die Auskunftsfähigkeit bei Anfragen von Bürgern, Medien und Forschern.

Um an die fehlenden Informationen zu gelangen, bezieht das Stasi-Unterlagen-Archiv seit 2011 die Öffentlichkeit bei ausgewählten Fotoserien in die Erschließungsarbeit ein. Auf der Webseite www.bstu.de werden Fotografien, die bislang nicht zugeordnet werden können, mit einer kurzen Beschreibung und den vorhandenen Erschließungsangaben als „Spurensuche“ veröffentlicht. Eine Verbreitung findet über die Kanäle des BStU in den sozialen Medien und manchmal auch über Berichterstattung in Zeitung und Rundfunk statt. Dies garantiert eine hohe Reichweite und erhöht die Chance, aussichtsreiche Hinweise zu bekommen.

Beispielseite

Die Archivarinnen und Archivare gehen den eintreffenden Hinweisen nach und können fehlende Informationen ergänzen. Das Ergebnis: Fast zwei Drittel aller „Spurensuchen“ konnten so bisher gelöst oder teilweise gelöst werden.

Andreas Voss und Norman Kirsten, BStU Zentrale

Abstracts zum Sächsischen Archivtag (IV)

Dr. Michael Klein (Abteilungsleiter „Zentrale Aufgaben, Grundsatz“ des Sächsischen Staatsarchivs) über

Archivgesetz & Co. – Archivarisches Handeln im Rahmen aktueller Gesetzgebung

Dr. Michael Klein, Foto: Regine Bartholdt, Sächsisches Staatsarchiv

Lange Zeit mussten Archivarinnen und Archivare im Wesentlichen nur ihr Archivgesetz im Blick haben, um rechtskonform handeln zu können. Angestoßen von den Umbrüchen in Gesellschaft und Verwaltung haben in den letzten Jahren die Gesetzgeber auf europäischer Ebene, im Bund und in den Ländern aber eine Reihe von Rechtsnormen verabschiedet, die außerhalb der Archivgesetze das archivische Handeln mitbestimmen.

Weiterlesen

Abstracts zum Sächsischen Archivtag (III)

Dr. Thekla Kluttig (Stellv. Vorsitzende des LV Sachsen im VdA) über

Archive im Umbruch. Zur Situation in Sachsen

Sachsen hat eine reiche und vielfältige Archivlandschaft. Der VdA-Landesverband Sachsen nimmt als Fachverband die Interessen des sächsischen Archivwesens wahr und setzt sich dafür ein, dass die sächsischen Archive ihre wichtigen Aufgaben für die Gesellschaft und die Forschung erbringen können.

Um einen genaueren Einblick in die Situation der Archive zu gewinnen, führten wir Anfang 2017 eine Umfrage bei 118 sächsischen Archiven der verschiedenen Sparten durch, an der sich 80 Archive beteiligten. Die Themenbereiche reichten von Personal, Haushalt, Organisation und Controlling, Überlieferungsbildung, Bestandserhaltung, Erschließung und Benutzung bis zur Öffentlichkeitsarbeit und historisch-politischen Bildungsarbeit.Weiterlesen

Historisches Archiv der Sächsischen Staatstheater – Staatsoper Dresden und Staatsschauspiel Dresden


Wie ein Gedächtnis dokumentiert das Historische Archiv die künstlerische Vergangenheit der Sächsischen Staatstheater und seiner unterschiedlichen Sparten – Oper, Schauspiel, Konzert und Ballett. Programmhefte, Besetzungszettel, historische Fotos und viele weitere Preziosen geben ein lebendiges Bild der Dresdner Musik- und Theatergeschichte der vergangenen Jahrhunderte. Weiterlesen

Abstracts zum Sächsischen Archivtag 2017 (II)

Im Folgenden Dr. Christian Aegerter vom Hauptamt der Stadt Leipzig über:

Dr Christian Aegerter, Leiter des Hauptamtes der Stadt Leipzig
Dr. Christian Aegerter, Leiter des Hauptamtes der Stadt Leipzig

Aufbau eines elektronischen Archives in einer Kommune – Rahmenbedingungen und Herausforderungen

Die Digitalisierung der Verwaltungen ist eine der zentralen Herausforderungen in den nächsten Jahren. Die Menschen in unseren Städten und Gemeinden erwarten, dass wie in der Privatwirtschaft die Verwaltungen zukünftig mit ihnen stärker digital kommunizieren und sie ihre wesentlichen Geschäftsprozesse digital abwickeln können.

So werden in den nächsten Jahren eine Vielzahl von Fachverfahren stärker modernisiert werden mit der Folge, dass die entsprechenden Daten nicht mehr analog, sondern ebenfalls digital archiviert werden müssen.Weiterlesen

Abstracts zum Sächsischen Archivtag 2017

Vorab ebenfalls in loser Folge werden Referierende über Abstracts einen Ausblick auf ihre Vortragsthemen geben. Es startet Prof. Dr. Mario Glauert vom Brandenburgischen Landeshauptarchiv Potsdam.

Prof. Dr. Mario Glauert vom BLHA

DIN 67700 – Bau von Bibliotheken und Archiven – Anforderungen und Empfehlungen für die Planung

Mit der DIN 67700 „Bau von Bibliotheken und Archiven – Anforderungen und Empfehlungen für die Planung“, die den bisherigen DIN-Fachbericht 13 „Bau- und Nutzungsplanung von Bibliotheken und Archiven“ (2009) ersetzt, liegt erstmals eine Norm vor, die den Flächenbedarf und die baulich-technischen Anforderungen für alle Funktionsbereiche in Archiven, Öffentlichen und Wissenschaftlichen Bibliotheken formuliert. Die Vorgaben gelten sowohl für den Neubau von Archiven als auch für die Umnutzung von Gebäuden oder Räumen und können künftig die Argumentation und Kommunikation gegenüber Unterhaltsträgern, Architekten und Fachplanern erheblich erleichtern.Weiterlesen