Historisches Archiv der Sächsischen Staatstheater – Staatsoper Dresden und Staatsschauspiel Dresden


Wie ein Gedächtnis dokumentiert das Historische Archiv die künstlerische Vergangenheit der Sächsischen Staatstheater und seiner unterschiedlichen Sparten – Oper, Schauspiel, Konzert und Ballett. Programmhefte, Besetzungszettel, historische Fotos und viele weitere Preziosen geben ein lebendiges Bild der Dresdner Musik- und Theatergeschichte der vergangenen Jahrhunderte. Weiterlesen

Umfrage zur Situation der Archive in Sachsen: Internetpräsenz

Da die erste und zentrale Informationsquelle für die meisten Menschen heute das Internet ist, wollten wir wissen, welche Informationen die sächsischen Archive dort anbieten. 1999 forderte Hartmut Weber, damals Präsident des Bundesarchivs, in einem Beitrag über „Digitale Repertorien…“: „Die Basisinformationen über Archive und die Nutzerhinweise gehören zu 100% ins Internet, Beständeübersichten ebenfalls zu 100%, Findmittel über uneingeschränkt benutzbare Bestände im Prinzip ebenfalls“. Davon sind wir – fast zwanzig Jahre später – in Sachsen noch weit entfernt. „Welche der folgenden Informationen bietet Ihr Archiv im Internet an?“ fragten wir, Mehrfachnennungen waren möglich:Weiterlesen

Umfrage zur Situation der Archive in Sachsen: Personal

Was gehört zu den Aufgaben eines Archivars / einer Archivarin?

Wie weit und anspruchsvoll das Spektrum ist, zeigen die Aufgabenkataloge, die der VdA-Unterarbeitskreis „Archivarische Fachaufgaben“ erarbeitet hat. Dazu gehören: Organisations- und Archivmanagement (u. a. Strategieplanung zu Finanzen, Personal, Arbeitsschwerpunkten; archivspezifische IT-Planung, Entwicklung von Raumkonzepten, Personalführung), Überlieferungsbildung (u. a. Beratung der abgebenden Stellen bei der analogen wie digitalen Schriftgutverwaltung, Bewertung angebotener Unterlagen auf Archivwürdigkeit, Betreuung von Sammlungen), Erschließung (Ordnung und Verzeichnung von Archivgut, sammlungsspezifische Erschließungskonzepte), Benutzung und Auskunftstätigkeit (u. a. Lesesaalbetrieb, Beantwortung von Anfragen, Benutzerberatung, Gutachtertätigkeit), Öffentlichkeitsarbeit und Historische Bildungsarbeit  (u. a. Projekte der Historischen Bildungsarbeit z. B. mit Schulen, Intra- und Internetauftritte, Publikations- und Vortragstätigkeit), Bestandserhaltung und Magazinierung (Priorisierung von Bestandserhaltungsmaßnahmen, Ausheben und Reponieren von Archivgut, technische Bearbeitung von Archivgut, digitale Bestandserhaltung).

Vielfältige Aufgaben – und wie viel Personal steht in den sächsischen Archiven dafür zur Verfügung? Sehr wenig! In Zahlen:Weiterlesen

Umfrage zur Situation der Archive in Sachsen: Elektronisches Archivgut

„Die Digitalisierung stellt den bedeutendsten technologischen Aufbruch seit dem Beginn der Industrialisierung […] dar und ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit“ – so die Einschätzung in „SACHSEN DIGITAL. Die Digitalisierungsstrategie des Freistaates Sachsen“ (2016). Auch die Arbeit der Archive hat sich durch die Digitalisierung radikal verändert. Manche Archivare und Archivarinnen haben das früh erkannt: Schon vor 20 Jahren fand z. B. die erste Tagung des informellen Arbeitskreises „Archivierung von Unterlagen aus digitalen Systemen“ (AK AUdS) statt.

Und so erstaunt es nicht, dass knapp zwei Drittel (64%) der antwortenden 76 Archive bereits elektronische Unterlagen (z. B. Daten auf CD, DVD oder anderen Datenträgern) übernommen haben. Gezielt erfolgten diese Übernahme allerdings in nur wenigen Fällen, das lässt sich aus den Antworten auf die Frage „In welcher Weise beschäftigt sich Ihr Archiv mit der Archivierung elektronischer Unterlagen?“ schließen (Mehrfachnennungen waren möglich):

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Umfrage zur Erschließung: Fortschritte

75 Archive beteiligten sich an unserer Umfrage bei 120 sächsischen Archiven. Und viele nutzten auch rege die verschiedenen Kommentarfelder und offenen Fragen. Darüber freuen wir uns sehr, denn so können wir neben den nüchternen Zahlen auch die Stimmen der Archivarinnen und Archivare wiedergeben, die sich unter je speziellen Bedingungen für die Erschließung in ihren Archiven einsetzen.

Auf unsere Frage: „Über welchen Fortschritt bei der Erschließung von Archivgut in Ihrem Archiv haben Sie sich in den letzten Jahren besonders gefreut?“ antworteten 40 Archive. Hier ein umfangreicher Auszug daraus:

  • Erstellung einer hauseigenen Datenbank zur schnelleren Suche und Auffinden, konkrete Bezeichnung der Regale
  • Über den Durchbruch bei der Online-Stellung von Digitalisaten
  • Erschließung Urkundenbestand und Onlinestellung
  • Erschließung wichtiger Rückratbestände (Stadtverordnetenversammlung, Landstände)
  • Dazu kann ich noch keine ausreichende Aussage treffen, da ich erst seit anderthalb Jahren das Archiv leite und seitdem noch nicht zu umfangreichen Erschließungsarbeiten gekommen bin.
  • Erfreulich war, dass durch Azubis aus der Verwaltung kleinere Sachen erfasst werden konnten, welche zuvor nicht erschlossen waren bzw. nur beschränkt zugänglich waren.
  • nach einer teilweisen Bestandsrevision 2017 konnten zunächst mit einer verbesserten Übersicht über vorhandenes, nicht verzeichnetes Archivgut für die Zugangsverwaltung strategische Grundlagen für eine zielgerichtetere Erschließung bzw. den Bedarf dafür ermittelt und konkretisiert werden.
  • Anschaffung Erschließungssoftware
  • Sicherheitsverfilmung und Digitalisierung des meist angefragten Bestands zur Vorbereitung der Onlinestellung, so dass Informationen durch Nutzer*innen selbst recherchiert werden können. Ressourcen für dadurch ersparte Auskunftsanfragen werden dadurch frei.
  • Der Abschluss der Erschließung des städtischen Aktenbestandes bis 1945 (online recherchierbar sind rund 16.000 Verzeichnungseinheiten) war ein wesentlicher Meilenstein.
  • Digitalisierungsvertrag mit Ancestry
  • Die Einführung des Archivprogrammes AKTENREG, welches eine bessere Recherche ermöglicht.
  • Bis auf Restbestände, über die bisher nur eine listenmäßige Erfassung vorliegt (vielleicht 1/6 des Bestandes), ist das gesamte Archivgut hinsichtlich Signatur, Aktentitel, Entstehung und Laufzeit der Akte digital im Findhilfsmittel (Access-Datenbank) erfasst. Dies ermöglicht eine treffsichere Stichwortsuche und schnelles Ausheben der Archivalien. Vollinhaltlich ist bisher nur ein relativ geringer Teilbestand erschlossen. Im Rahmen der zeitlichen Möglichkeiten wird dieses fortgesetzt.
  • Erschließung von digitalisierten Unterlagen (z. B. Glasplattennegative, Stadtpläne) und DDR-Unterlagen
  • Unterstützung durch Azubis immer möglich (sofern vorgeplant)
  • Ein häufig benutzter Bestand ist mit AUGIAS tief erschlossen worden.
  • Es freut mich besonders, wenn ich trotz vielfältiger Aufgaben Zeit finde, um einige Bestände weiter zu erschließen .
  • Verbesserung der räumlichen Bedingungen als Voraussetzung zur effektiven Arbeit; Teilnahme am Förderprogramm Retrokonversion > damit sind Bestände bis 1945 in der Archivsoftware verzeichnet

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Umfrage zur Situation der Archive in Sachsen: Wer machte mit?

Ab dem 17. Januar 2017 führte der VdA-LV Sachsen eine Umfrage bei 118 Archiven in Sachsen durch, um in Vorbereitung des Sächsischen Archivtages einen konkreteren Überblick über deren Situation zu erhalten. 80 Archive haben sich an der Umfrage beteiligt, deren Ergebnisse auf dem Archivtag – in Auszügen vorab aber auch hier – vorgestellt werden sollen. Hier zum Einstieg eine Übersicht über die teilnehmenden Archive nach Sparten:

Archiv der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens – Landeskirchenarchiv Dresden

Ein Gastbeitrag von Kristin Schubert, Leiterin des Landeskirchenarchivs

Landeskirchenamt der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens

Das Landeskirchenarchiv mit einem Bestandsumfang von 1800 lfm Archivgut ist das Archiv der Landessynode, des Landesbischofs und des Landeskirchenamtes der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Außerdem sind hier auch Nachlässe von kirchenhistorisch bedeutsamen Persönlichkeiten, Sammlungen und Bestände von kirchlichen Einrichtungen und Werken sowie von nicht mehr existierenden Kirchgemeinden zu finden.

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Umfrage zur Situation der Archive in Sachsen: Archivberatung

Sachsen hat eine reiche Archivlandschaft – aber leider keine Archivberatungsstelle mit einem vergleichbaren Angebot wie die Kommunale Archivberatung beim Hessischen Landesarchiv oder die Archivberatung beim LWL-Archivamt für Westfalen.

§ 4 Abs. 6 des Sächsischen Archivgesetzes stellt zwar fest: „Das Sächsische Staatsarchiv berät nichtstaatliche Archive. Wenn ein öffentliches Interesse gegeben ist, kann das Sächsische Staatsarchiv private Eigentümer von Archivgut beraten.“ Aber diese Archivberatung erfolgt in einem sehr begrenzten Rahmen. Dazu der Jahresbericht des Sächsischen Staatsarchivs 2014: „Im Berichtsjahr zeichnete sich jedoch ab, dass das Staatsarchiv seinen Beratungsauftrag nach § 4 Abs. 6 Sächsisches Archivgesetz (SächsArchivG) künftig nicht mehr im erforderlichen Umfang wird erfüllen können, denn die bereits für 2013 festgestellte Divergenz zwischen wachsenden Aufgaben einerseits und den abnehmenden Ressourcen andererseits hat sich im Berichtsjahr weiter vergrößert.“

Das Staatsarchiv steht allerdings im Rahmen seiner Möglichkeiten für die Beratung nicht staatlicher Archive auf Anfrage zur Verfügung und bietet vereinzelt auch Informationsveranstaltungen an, z. B. anlässlich der Novellierung des Sächsischen Archivgesetzes. Unsere Frage dazu war: „Laut Sächsischem Archivgesetz berät das Sächsische Staatsarchiv nichtstaatliche Archive. Haben Sie von diesem Angebot in den letzten drei Jahren Gebrauch gemacht? (z. B. durch eine direkte Anfrage oder durch den Besuch einer Informationsveranstaltung des Staatsarchivs)“.

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Umfrage zur Situation der Archive in Sachsen: Direktbenutzung

Öffentliche Archive sind Dienstleistungseinrichtungen, die bürgernahe Serviceleistungen erbringen. Die Ermöglichung der (komfortablen) Benutzung des Archivgutes ist dabei von zentraler Bedeutung. Im Rahmen unserer Umfrage mussten wir uns auf wenige Fragen zu diesem Bereich beschränken und fragten u. a. danach, welche technischen Möglichkeiten den Benutzern zur Verfügung gestellt werden. An einem Stromanschluss hapert es demnach in (noch) sieben von 71 antwortenden Archiven, immerhin 23 Archive ermöglichen einen Internetzugang. Konventionelle Filmlesegeräte sind noch in 32 Archiven im Einsatz, 18 Archive verfügen über – hinsichtlich des Benutzungskomforts einen erheblichen Fortschritt darstellende – Mikrofilmscanner.

Und während es in den letzten Monaten ein gewisses Aufsehen in der Fachwelt erregte, dass u. a. das Bundesarchiv, das Landesarchiv Hessen und das Landesarchiv Mecklenburg-Vorpommern nun grundsätzlich das Fotografieren von Archivalien erlauben, kann man mit Blick auf unsere Umfrage nur sagen: Alltag in vielen unserer Archive! Über die Hälfte der Archive, die diese Frage beantworteten, erlauben das Fotografieren:

Und wieviele Benutzer kommen jährlich zur Direktbenutzung in die sächsischen Archive?Weiterlesen

Dilemma oder Herausforderung? Zentralisierte Beständeverwaltung und Erschließung von Archiv und Sammlungsgut im Kunstbereich an einer kleinen Einrichtung

Bericht zum Vortrag von Dr. Simone Fugger v. dem Rech, Dresden

Erst seit 2013 leitet Simone Fugger v. dem Rech Archiv und Kustodie an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden und hat diese Aufgabe in einem „Ein-Personen-Archiv“ offensichtlich als Herausforderung gesehen!

Dr. Simone Fugger von dem Rech
Foto: Regine Bartholdt / Sächsisches Staatsarchiv

Einleitend stellte die Referentin kurz die Trägereinrichtung HfBK Dresden vor. Das Profil spiegelt sich auch in den Beständen von Archiv und Kustodie: Neben „klassischem“ Archivgut der Hochschule und ihren Vorgängereinrichtungen gehören dazu auch eine Anatomische Sammlung und eine bedeutende Gemäldesammlung. Auch das Zwischenarchiv wird mit verwaltet. Dass Archiv und Sammlung mit einer Facharchivarin hauptamtlich besetzt sind, ist nicht selbstverständlich: Von 25 staatlichen Universitäten und Hochschulen mit bildnerisch-künstlerischer Ausbildung in Deutschland unterhalten 16 ein Archiv und/oder eine Sammlung, 12 davon sind hauptamtlich besetzt.

Der Umfang der Bestände summiert sich auf knapp 200 lfm Archivgut, aktuell rd. 80 lfm Zwischenarchivgut, 12.400 Medien, 608 Objekte in der Anatomischen Sammlung und rd. 48.000 künstlerische Werke, darunter Gemälde, Grafiken, Plastiken, Textilien und Aktionskunst.

In einem von der VolkswagenStiftung geförderten Forschungsprojekt waren die schriftlichen Quellen zur Geschichte der Hochschule und ihren Vorgängerinstitutionen (1764 – 1990) bereits in den Jahren 2001 bis 2003 verzeichnet worden – dies aufgrund von dort jeweils verwahrten Quellen in Kooperation mit dem Hauptstaatsarchiv Dresden, der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden und dem Stadtarchiv Dresden. In den vergangenen sechs Jahren seit Dienstantritt der Referentin wurde die Erschließung weiter ausgebaut. Hierzu gehörte die Entwicklung einer gemeinsamen Beständegliederung / Tektonik, in der alle Archiv- und Sammlungsbestände im verwendeten Archivinformationssystem (AIS) AUGIAS-Archiv 9.1 abgebildet werden. Die Zusammenführung aller Verzeichnungsinformationen in einem System ist von großem Vorteil u. a. für Recherchen.

Auch das Zwischenarchivgut wird im AIS verwaltet. Grundsätzlich funktioniert das Abgabeverfahren, wenn auch „wilde Übergaben“ nicht völlig zu vermeiden sind.

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