Umfrage zur Situation der Archive in Sachsen: Erschließungszustand

Archivgut in Magazinräumen bleibt verschlossen und weitgehend nutzlos, wenn es nicht durch Findmittel erschlossen und benutzbar gemacht wird. Wie sieht es in dieser Hinsicht in den sächsischen Archiven aus? Zur Erinnerung: Archiven, deren Mitarbeiter/innen sich in den Jahren ab dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland 1990 vor der Herausforderung sahen, in sehr kurzer Zeit und unter schwierigen Rahmenbedingungen Unterlagen aus in Auflösung befindlichen kommunalen und staatlichen Institutionen, Wirtschaftsbetrieben, gesellschaftlichen Organisationen etc. zu sichern.

Erschließungszustände kann man sehr verschieden kategorisieren. Wir haben uns für die schlichte Frage entschieden: „Wie viel Prozent Ihres Archivguts sind nicht oder nur bedingt erschlossen?“ („bedingt erschlossen“ wurde erläutert als: das Archivgut ist grob geordnet und/oder verzeichnet, die Erschließung genügt aber nicht den archivfachlichen Anforderungen). Die Antworten ergeben ein differenziertes Bild: Weiterlesen

Von OVG zu RiC – Eine „kopernikanische Wende“ in der archivischen Erschließung?

Bericht zum Vortrag von Prof. Dr. Michael Scholz, Potsdam
23. Sächsischer Archivtag Leipzig, Prof. Dr. Michael Scholz bei seinem Vortrag, Foto: Stephan Luther

„Erschließung im 21. Jahrhundert wird noch mehr als bislang nicht nur archivische Kernaufgabe, sondern die strategische Schlüsselfunktion sein, wenn Archive als bewahrenswerte Einrichtungen ihre Stellung behaupten wollen.“ Mit dieser Aussage von Nils Brübach aus dessen Vortrag beim Brandenburgischen Archivtag von 2014 leitete Scholz seinen Vortrag ein. Fünf Jahre später scheint die Erschließung als Schlüsselfunktion gerade in kleineren Archiven noch weit von der Realität entfernt zu sein. Aktuell sind im Archivportal-D immerhin 119 sächsische Archive vertreten (Sächsische Archive im Archivportal-D), bei der Anzeige, welche von diesen mit Findmitteln vertreten sind, bleiben aber nur noch 10 Archive übrig (Sächsische Archive im Archivportal-D mit Findmitteln).

In Brandenburg sieht die Situation ähnlich aus. Die Gründe sieht Scholz zum einen in den technischen Problemen, die das Archivportal in der Vergangenheit beim Dateningest hatte, aber auch und vor allem in arbeitsökonomischen Gründen in den kleineren Archiven sowie in der Qualität der Erschließung.Weiterlesen

24. Sächsischer Archivtag erst im Jahr 2023

Der Vorstand des Landesverbandes Sachsen im VdA musste feststellen, dass aufgrund der Corona-Pandemie die Durchführung des Sächsischen Archivtags in den Räumen der Hochschule in Mittweida im März 2021 nicht wie geplant möglich ist. Da im Jahr 2022 der Deutsche Archivtag in Leipzig durchgeführt werden soll, werden wir 2022 keinen Sächsischen Archivtag veranstalten. Damit wird der 24. Sächsische Archivtag erst im Frühjahr 2023 stattfinden.

Aktuelle Nachrichten des VdA-Landesverbandes Sachsen finden Sie auf unserer VdA-Website.

Welche Dienstleistungen Heimat- und Familiengeschichtsforscher in sächsischen Archiven erwarten können

Ein Gastbeitrag von Lars Thiele, Dresden

Bei meinem ersten Besuch im Sächsischen Hauptstaatsarchiv in Dresden vor ca. 14 Jahren arbeitete ich mich durch eine Prozessakte eines sogenannten Hexenprozesses des 17. Jahrhunderts. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie aufregend es für mich damals als Geschichtsstudent war, solch einen alten und verstaubten Aktenband in der Hand zu halten. Wie unbegreiflich es zunächst schien, Dokumente in einer schwer zu deutenden Schrift zu lesen, die vor mehr als 300 Jahren geschrieben worden waren.

Damals brauchte uns allerdings nur der Inhalt der historischen Dokumente und der zeitliche Hintergrund zu interessieren. Um die Formalitäten im Archiv hatte sich unser Dozent gekümmert; ich musste nur meinen Namen nennen und die bestellte Akte entgegennehmen.

Ich besuchte also regelmäßig das Hauptstaatsarchiv, saß im historischen Lesesaal und lernte bei jedem Besuch das Archiv ein Stückchen besser kennen.

So einfach hat es der durchschnittliche Archivnutzer bei seinen ersten Besuchen im Archiv natürlich nicht.

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Archiv des BStU, Außenstelle Dresden

In loser Folge sollen in diesem Blog die Archive, die in Dresden das Organisationskomitee zur Vorbereitung des 22. Sächsischen Archivtages bilden, vorgestellt werden. Mit dem Archiv der Außenstelle des BStU in Dresden wird diese Reihe begonnen.

Bis zu 1.000 Recherchen zu Personen in jedem Monat – das Stasi-Unterlagen-Archiv Dresden

Ein Gastbeitrag von Annegret Jahn-Marx

Menschenrechtswidrig gesammelte Informationen aus der DDR-Zeit, die einen besonderen Zugang erfordern: Das Stasi-Unterlagen-Archiv Dresden verwahrt rund 10.000 laufende Meter Archivgut. Der Bestand umfasst die Überlieferung der Bezirksverwaltung und der Kreisdienststellen für Staatssicherheit des damaligen Bezirkes Dresden. Das Archiv ist in Kartei, Magazin und Erschließung aufgeteilt.

Die Kartei

Kartei Stasi-Unterlagen
Karteischrank in der Außenstelle Dresden des BStU, Foto: BStU, Außenstelle Dresden

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Eröffnung des 22. Sächsischen Archivtages

Grit Richter-Laugwitz bei der Eröffnung des 22. Sächsischen Archivtages, Foto: Stephan Luther

Mit einer kleinen Verspätung wurde der 22. Sächsische Archivtag im Festsaal der Gedenkstätte Bautzener Straße in Dresden eröffnet. Fast 150 Archivarinnen und Archivare sowie Gäste aus Politik und Gesellschaft haben den Weg nach Dresden gefunden. Die Vorsitzende des Landesverbandes Grit Richter-Laugwitz begrüßte die Teilnehmer und Gäste zum ersten Mal bei einem Landesarchivtag in der Landeshauptstadt in Dresden und dankte allen an der Vorbereitung und dann an der Durchführung Beteiligten. Der Archivtag soll der Auftakt sein, den Weg der archivischen Facharbeit mutig weiter zu beschreiten.Weiterlesen

Und weiter geht’s mit der Vorstandsarbeit…

Im Rahmen des Sächsischen Archivtags wurde wieder die Mitgliederversammlung des Landesverbandes Sachsen im VdA durchgeführt – nach der Wahl des Vorstandes 2013 in Zwickau stand auch wieder eine Wahl an. Nach 16 Jahren (!) Engagement im Vorstand schied Stephan Luther, langjähriger Schatzmeister, aus. Alle anderen bisherigen Vorstandsmitglieder kandidierten wieder, hinzu kamen als erstmalige Kandidaten Annegret Jahn-Marx (BStU, Außenstelle Dresden) und Benjamin Schäf (HTWK Leipzig). Sie wurden in ihren jeweiligen Fachgruppen ebenso gewählt wie die bisherigen  Vorstandsmitglieder. Auch die bisherige Vorsitzende, Grit Richter-Laugwitz (2. v. links), wurde – mit 47 von 48 Stimmen – in ihrem Amt bestätigt.

Der neue Vorstand des VdA-Landesverbandes Sachsen, Foto: BStU Außenstelle Dresden

Der neue Vorstand wird sich noch im Mai auf einer Sitzung konstituieren und hat – auch in Auswertung des noch laufenden Archivtags – schon jetzt einiges auf seiner Agenda für die kommenden vier Jahre.

Archive im Umbruch. Zur Situation in Sachsen.

Vortrag von Dr. Thekla Kluttig, Foto: BStU AUßenstelle Dresden

Unabdingbar für die Auslotung der Chancen, Möglichkeiten, aber auch der Hindernisse der aktuellen Umbruchphase ist eine repräsentative und objektive Analyse der Situation sächsischer Archive, im Großen wie im Kleinen und spartenübergreifend. So initiierte der Landesverband Sachsen des VdA eine flächendeckende Bestandsaufnahme, deren Ergebnisse Dr. Thekla Kluttig in ihrem heutigen Vortrag präsentierte. Einige Auszüge dieser Erhebung, die mittels eines Online-Umfrage-Tools durchgeführt wurde, sind bereits in Vorbereitung auf den Archivtag auf diesem Blog veröffentlicht worden und im Folgenden noch einmal nachzulesen:Weiterlesen

Abstracts zum Sächsischen Archivtag (III)

Dr. Thekla Kluttig (Stellv. Vorsitzende des LV Sachsen im VdA) über

Archive im Umbruch. Zur Situation in Sachsen

Sachsen hat eine reiche und vielfältige Archivlandschaft. Der VdA-Landesverband Sachsen nimmt als Fachverband die Interessen des sächsischen Archivwesens wahr und setzt sich dafür ein, dass die sächsischen Archive ihre wichtigen Aufgaben für die Gesellschaft und die Forschung erbringen können.

Um einen genaueren Einblick in die Situation der Archive zu gewinnen, führten wir Anfang 2017 eine Umfrage bei 118 sächsischen Archiven der verschiedenen Sparten durch, an der sich 80 Archive beteiligten. Die Themenbereiche reichten von Personal, Haushalt, Organisation und Controlling, Überlieferungsbildung, Bestandserhaltung, Erschließung und Benutzung bis zur Öffentlichkeitsarbeit und historisch-politischen Bildungsarbeit.Weiterlesen

Podiumsdiskussion: Was sind (uns) Archive wert?

Zum Auftakt der fachlichen Diskussion des 22. Sächsischen Archivtags am 4. Mai 2017 nehmen auf dem Podium Platz:

  • Roland Jahn (Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen)
  • Dr. Andrea Wettmann (Leiterin des Sächsischen Staatsarchivs)
  • Christian Schramm (Präsident des Sächsischen Kultursenats, ehem. OB der Stadt Bautzen)
  • Hanka Kliese (SPD, Mitglied des Sächsischen Landtags)
  • Aline Fiedler (CDU, Mitglied des Sächsischen Landtags)

    Roland Jahn, Dr. Andrea Wettmann, Christian Schramm, Oliver Reinhardt, Hanka Kliese, Aline Fiedler (v.l.n.r.), Foto: BStU

Moderiert wird von Oliver Reinhard (Historiker, stellv. Feuilleton-Chef der Sächsischen Zeitung) unter der Leitfrage: „Was sind (uns) Archive wert?“

„Archive im Umbruch“ – mit dem Motto des Archivtags angesprochen ist u. a. die zunehmende Digitalisierung. Was hat sich geändert und was wird noch kommen? Doch zunächst steht das Aufräumen von Klischees auf der Agenda, hier das Podiumsgespräch in verdichteter Form:Weiterlesen